Im weißen Rössl
Das sehr bekannte Stück wurde bereits im Jahr 1896 als Alt-Berliner Lustspiel geschrieben und hat seinen Schauplatz in und um das Hotel Weißes Rössl in St. Wolfgang im Salzkammergut in Österreich. Als Singspiel wurde es am 8. November 1930 im Großen Schauspielhaus in Berlin uraufgeführt. Große Popularität erlangte die Verfilmung im Jahr 1960 mit Peter Alexander.
Auch wir, die Freilichtbühne Villenbach, möchten diesem Klassiker gerecht werden und gleichzeitig eine spannende, neue Interpretation – insbesondere der Musik – auf die Bühne bringen.
Den Charme des Originals greift unser Theaterchor mit eigenen Musikstücken, angelehnt an bekannte volkstümliche Weisen mit neuen Texten auf und verleiht ihm dadurch eine erfrischende und neue Note. Die Melodien, die so vielen im Gedächtnis sind, werden daher unseren Zuschauern bei unseren Aufführungen nicht begegnen.
Handlung:
Im Hotel „Zum weißen Rössl“ ist Hochsaison und das Personal ist überfordert. Der charmante Zahlkellner Leopold beruhigt die unzufriedenen Gäste. Die Annäherungsversuche bei seiner Chefin Josepha Vogelhuber bleiben ungehört. Sie ist verliebt in den Berliner Rechtsanwalt Dr. Otto Siedler, einen langjährigen Stammgast, der für den Nachmittag erwartet und dann herzlich von ihr begrüßt wird. Auch der Fabrikant Giesecke, der nur auf Drängen seiner Tochter Ottilie hier im Urlaub ist, freut sich wenig über den neuen Gast, hat er doch gegen ihn und dessen Mandanten, seinen Erzkonkurrenten Sülzheimer, einen Prozess verloren. Seine Tochter Ottilie hindert dies jedoch nicht, den Avancen Siedlers nachzugeben.
Als Leopold sich weigert, einen Blumenstrauß von Josepha auf das Zimmer Dr. Siedlers zu bringen und er Josepha seine Liebe gesteht, wird er kurzerhand gekündigt.
Um in dem leidigen Rechtsstreit doch noch zu einem Vergleich mit Sülzheimer zu kommen, möchte Giesecke seine Tochter mit dem Sohn seines Konkurrenten verkuppeln. Er bittet Dr. Siedler, auf Ottilie entsprechend einzuwirken, was der Rechtsanwalt mit Begeisterung zusagt.
Inzwischen ist auch der Sohn des Fabrikanten Sülzheimer eingetroffen, der im Zug den schrulligen Professor Hinzelmann und dessen Tochter Klara kennengelernt hat. In das wortkarge Klärchen hat sich der junge Sülzheimer auf den ersten Blick verliebt.
Josepha stellt enttäuscht fest, dass Dr. Siedler sich auffallend oft vertraulich mit Ottilie trifft und nach einem Gespräch mit der Blumenfrau Resi erkennt sie, dass sie zu Leopold gehört, der sie aufrichtig liebt, und überreicht ihm ein überraschendes Zeugnis: „Entlassen als Zahlkellner, aber engagiert auf Lebensdauer als Ehemann“.
Zu guter Letzt muss Giesecke feststellen, dass aus der von ihm geplanten Hochzeit Ottilies mit Sülzheimer nichts wird, da dieser schon um die Hand Klärchens angehalten hat. Dr. Siedler seinerseits trägt sich dem brummigen Fabrikanten als sein persönlicher Rechtsanwalt und zukünftiger Schwiegersohn an. Giesecke muss dies akzeptieren und lässt sich zur Beilegung des Streits umstimmen.
So finden sich am Ende des Stückes 3 glückliche Paare vereint, was Professor Hinzelmann dem von allen empfundenen „Reisezauber“ zuschreibt.